AcroYoga ist eine Symbiose aus der Ruhe des Yoga, der Kraft der Partnerakrobatik und der wohlwollenden Berührung der Thai-Massage. Praktiziert wird in Gemeinschaft aus Base, Flyer und Spotter. In den verschiedenen Rollen verkörpern wir unterschiedliche Qualitäten, schaffen Raum für Vertrauen und schenken uns gegenseitig Flügel oder laden ein zum Loslassen. Im solaren AcroYoga steht das kraftvolle Feuer der Akrobatik im Vordergrund. Durch Vertrauen, klare Kommunikation und achtsamen Umgang miteinander wird es uns möglich, unsere Grenzen zu erweitern und über uns hinauszuwachsen. Im lunaren AcroYoga können wir uns beim therapeutischen Fliegen und der Thai-Massage ganz der Entspannung hingeben. Während wir gehalten und getragen werden, erfahren wir tiefe Ruhe und Frieden.

Rollen im AcroYoga

Spotter

Das Spotting, also die anderen zu unterstützen und auf sie aufzupassen, ist die wohl wichtigste Rolle im AcroYoga. Als guter Spotter bist du vollkommen achtsam und präsent, auch wenn es so aussieht, als würde man dich gerade nicht brauchen – das kann sich schließlich von einer Sekunde zur nächsten ändern. Du findest einen guten Mittelweg zwischen zu nah dran und zu weit weg. Du bist da, wenn man dich braucht, lässt Base und Flyer aber alleine machen, was sie alleine schaffen. Als Spotter hast du eine verantwortungsvolle Aufgabe: Du behältst bei all der Freude und dem Feuer den Überblick, bist das Sicherheitsnetz für den Fall der Fälle und ermöglichst so, dass Base und Flyer übereinander hinaus wachsen und sich die Grenzen des Möglichen erweitern.

Base

Als Base wirst du zum Baum – gut verwurzelt in der Erde stehst du stabil und sicher und lässt dich auch von ein bisschen Wind oder einem Kletteräffchen nicht aus der Ruhe bringen. Als Base gibst du oft an, in welche Richtung es weitergehen soll – dabei achtest du darauf, mit Flyer und Spotter klar zu kommunizieren. Gerade mit dem Flyer verläuft die Kommunikation oft nonverbal, durch kleine Zeichen mit Händen und Füßen.

Flyer

Als Flyer verwandelst du dich zur grazilen Elfe, die durch den Wald fliegt. Du hältst deine Form, bewegst dich kontrolliert und folgst den Zeichen, die du von der Base erhältst. Diese Rolle fordert deine Kapazität zu Vertrauen am stärksten heraus – besonders, wenn kopfüber bist, die Augen schließt oder in „Pops“ für einen Moment durch die Luft geworfen wirst. Spür in dich hinein, was du brauchst, um dich sicher zu fühlen, teile es mit Base und Spotter und erlebe, wie dein Vertrauen in dich und die anderen immer weiter wächst.

„Down“

Egal in welcher Rolle du gerade bist: Wenn du dich nicht mehr wohl und sicher fühlst (oder kurz davor bist), ist „down“ das magische Stichwort, damit der Flyer schnell und sicher zum Boden geleitet wird.

Flying Vocabulary – Körperpositionen und Haltungen

Damit wir ohne Verständnisprobleme mit AcroYogi*nis aus aller Welt fliegen können, verwenden wir meist die englischen Bezeichnungen, statt alles ins Deutsche zu übertragen.

Dein Körper im Raum

Diese Positionen gibt es auch in Abstufungen, z.B. „mehr pike“ oder „weniger arch“.

Wirbelsäule: „arch“ und „hollow“ sind die Gegensätze, die du auch in der Katze-Kuh-Bewegung wiederfindest. Beim „hollow“ machst du den Rücken rund und klein, beim „arch“ öffnest du die Vorderseite deines Oberkörpers weit, gehst in Rückbeuge und Hohlkreuz.

Hüfte: „straight“ bzw. „open“ ist, wenn sich deine geschlossenen Beine und dein Oberkörper von der Seite betrachtet in einer Linie befinden. Ziehst du beide Knie zur Brust und machst dich klein zum Päckchen, ist das „tuck„. Wenn die Hüfte bei gestreckten Beinen gebeugt ist, z.B. ein 90°-Winkel zwischen Beinen und Oberkörper, nennt man das „pike„. Besonders bei dieser Position braucht man oft mehr oder weniger, also „mehr pike“ = Beine näher zum Oberkörper; „weniger pike“ = Beine weiter weg vom Oberkörper. Öffnest du die Beine zu den Seiten in eine Grätsche, spricht man von „straddle„. Kombiniert mit „open“ gibt es „open straddle„, so wie es kombiniert mit „pike“ auch „pike straddle“ gibt. Ziehst du aus „straight/open“ ein Knie an, nennt man das „stag„. Dabei berührt der Fuß des gebeugten Beins das Knie des gestreckten Beins. Diese Position eignet sich gut, um sicher in eine Rückbeuge zu gehen. Scherst du aus „straight/open“ ein Bein nach vorn und das andere nach hinten, so nennt man das „scissor„.

Schultern: Genauso wie bei der Hüfte gibt es auch in den Schultern die Position „open„, in der sich Arme und Oberkörper von der Seite betrachtet in einer Linie befinden. Das Gegenteil davon ist „planch„. Analog zum „pike“ der Hüfte gibt es beim „planch“ der Schultern einen spitzen Winkel (meist 90°) zwischen Oberkörper und Armen.

Fliegende Haltungen und Transitions

Für Bilder zu den Haltungen kannst du die Bildersuche einer Suchmaschine verwenden 🙂 Diese Aufzählung ist natürlich keineswegs vollständig.

Bauch- und Rückenlage: Front Bird & Front Plank, Backbird & Back Plank, Reverse Bird, Reverse Backbird bzw. Back Plank, Bow, Back Bow, High Flying Whale, Low Flying Whale, Folded Leaf, Back Leaf

Sitzende, knieende und stehende Haltungen: Easy Throne, Straddle Throne, Reverse Throne, Foot2Shin, Flamingo, Maria & Child’s Pose (Shin to foot), Foot2Hand, Reverse Foot2Hand, Foot2Foot, Reverse Foot2Foot

Seitliche Haltungen: Side Star, Vishnu’s Couch, Side Plank

Umkehrhaltungen: Shoulderstand, Candlestick, Reverse Shoulderstand, Star, Reverse Star, Hand2Hand, Reverse Hand2Hand, (Straddle) Bat, Floating Pashi

Transitions: sind Übergänge von einer Position zur nächsten. Sie fordern in der Regel mehr Balance und Körperspannung als die Positionen, die sie verbinden, da das System in Bewegung ist und Kontaktpunkte gelöst werden müssen.

Washing Machines: oder Waschmaschinen sind eine Verbindung aus mehreren Positionen bzw. Transitions. Am Ende kommt der Flyer wieder in der ursprünglichen Position an. Darum kann die Folge quasi in Endlosschleife geübt werden, der Flyer dreht sich quasi im Kreis. Der Schleudergang sollte mit Vorsicht gehandhabt werden 😉

 

Wenn du einen noch ausführlicheren Überblick über Positionen beim AcroYoga suchst, wirf doch einen Blick in ein Manual (Handbuch). Von AcroYoga International gibt es ein ausführliches Manual zum Kauf (mittlerweile auch als Digital Download) und ein paar sehr liebe Menschen aus Vancouver haben das VanCityAcro Manual erstellt, das du hier kostenlos herunterladen kannst. Eine umfangreiche Video-Sammlung findest du bei partner-acrobatics.com und natürlich bei Youtube direkt 😉

 

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